Die
Anfänge
Wann im Schwarzwald die ersten Uhren gebaut wurden, ist
bis heute nicht eindeutig geklärt, die Anfänge
liegen im Dunkeln. Auf Nachbauten findet man häufig
die Jahreszahl 1640, die allerdings historisch keineswegs
gesichert ist. Die erste Produktionsperiode, etwa von 1670
bis 1720, ist zudem ohne große Bedeutung, da auch
der hohe Schwarzwald um 1700 als Schauplatz der kriegerischen
Konflikte zwischen Österreich und Frankreich zu leiden
hatte.
So richtig angefangen hat es ab 1720. Wenig später
war das Uhrengewerbe im Hochschwarzwald weithin üblich.
Das Uhrmachergebiet des 18. Jahrhunderts reichte von St.
Georgen im Norden bis Neustadt im Schwarzwald im Süden,
die Hochburg der Uhrenproduktion der Frühzeit war der
Raum Furtwangen.
Es wird gerne angenommen, dass die angeborenen Fähigkeiten
der ‘Wälderkünstler" in Verbindung
mit ausgeprägten Fachkenntnissen in der Holzbearbeitung,
die für das Leben im Gebirge unentbehrlich waren, wie
von selbst zur wachsenden Uhrenproduktion geführt hätten.
Aber man darf die entscheidende und ratgebende Mitwirkung
der frühen Schwarzwälder Klostergeistlichen und
deren physikalische und mathematische Fähigkeiten in
diesem Zusammenhang nicht außer Acht lassen.
Erste Fortschritte
Schwarzwälder Uhren ähnelten in ihren Anfängen
den damals bekannten einfachen eisernen Wächter- oder
Türmeruhren.
Das Uhrwerk bestand aus zwei Materialien – Holz und
Eisendraht. Hölzerne Radwellen liefen in hölzernen
Trägerplatten. Die Laufdauer betrug maximal 12 Stunden.
Als Antrieb diente wahrscheinlich ein Feldstein an einer
Schnur mit kleinem Gegengewicht. Nach und nach wurden hölzerne
Bauteile durch metallene ersetzt. Mit einer Ausnahme, die
Gestelle mit hölzernen Trägerplatten hat man beibehalten.
Sie kennzeichnen auch noch die, nach alten Formen weitergebaute,
Fabrikuhr des 20. Jahrhunderts.
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