Gewerbe
und Handel
Historisch ungeklärt ist die Frage, was mehr Beachtung
verdient. Die von Jahrzehnt zu Jahrzehnt wachsende Uhrenproduktion
des Schwarzwaldes oder die Art und Weise, wie diese Uhren
nahezu in die ganze Welt verkauft wurden. Nach 1810 hat
man im Schwarzwald jährlich 150.000 bis 200 000 Uhren
hergestellt, nach 1840 sogar gegen 600.000. In den 40er
Jahren des 19. Jahrhunderts haben etwa 5.000 Personen hauptberuflich
Uhren und Zubehörteile gefertigt. Die Zahl der mit
dem Vertrieb befassten Uhrenhändler lag weit über
1.000.
Der wachsende Geschäftsumfang führte zu Transportproblemen.
Doch problematischer war, dass die Händler ein Sortiment
verschiedenartiger Uhren benötigten, während die
Uhrmacher häufig auf nur einige wenige Typen spezialisiert
waren. Ein neues Aufgabenfeld entstand – Großhändler,
sogenannte "Spediteurs“, im Volksmund “Packer“
genannt, die meist auf eigene Rechnung, durch Käufe
bei verschiedenen Uhrmachern und Schildmalern, Sendungen
zusammen stellten und in große Kisten “verpackten“.
Der Schwarzwald versorgte die Welt mit robusten und konkurrenzlos
billigen Gebrauchsuhren.
Die Schwarzwälder Uhrenindustrie
Mitte der 40er Jahre des 19. Jahrhunderts befand sich die
Uhrmacherei des Schwarzwaldes in einer Krise. Als Hilfsmaßnahme
wurde 1850 die “Großherzogliche Badische Uhrmacherschule
Furtwangen“ gegründet. Geplant war, durch "Musteruhren“
die Vielzahl der Bauteile zu verringern, andere Uhrentypen
(Tischuhren, Taschenuhren) im Schwarzwald selbst zu produzieren
und die Uhrmacher an den andernorts erreichten Stand der
Technologie heran zu führen.
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